12. August 2026
Kulturentwicklung und Digitalisierung bei einem Stadtwerk
Ausgangssituation
Ein kommunales Stadtwerk mit mehr als 600 Mitarbeitenden hatte während der Corona-Pandemie erfahren, wie wirkungsvoll bereichsübergreifende Zusammenarbeit, Eigenverantwortung und pragmatische Entscheidungen sein können. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen gelang es den Teams, die Versorgungssicherheit zuverlässig aufrechtzuerhalten.
Die Herausforderung bestand darin, diese positiven Erfahrungen dauerhaft in der Unternehmenskultur zu verankern und die Organisation auf zukünftige Veränderungen vorzubereiten.
Zielsetzung
Ziel des 16-monatigen Transformationsprojekts war die Entwicklung einer zukunftsfähigen Unternehmenskultur sowie die Schaffung organisatorischer Rahmenbedingungen, die Eigenverantwortung, Zusammenarbeit und Kundenorientierung nachhaltig zu fördern.
Gemeinsam mit dem Executive Team wurden vier zentrale Zukunftskompetenzen definiert:
- Wir – bereichsübergreifend zusammenarbeiten
- Eigenverantwortung – Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen
- Kundenorientierung – den Kundennutzen konsequent in den Mittelpunkt stellen
- Lösungsorientierung – Herausforderungen gemeinsam und pragmatisch lösen
Vorgehensweise
Das Projekt begann mit einer organisationsweiten Analyse durch Workshops mit Mitarbeitenden und Führungskräften sowie Interviews in unterschiedlichen Unternehmensbereichen. Die Ergebnisse wurden in einem Hypothesenpapier zusammengefasst und in einer Change-Roadmap priorisiert.
Der Betriebsrat wurde bereits während der Analysephase eng eingebunden und begleitete den gesamten Veränderungsprozess.
Anschließend wurden die definierten Zukunftskompetenzen schrittweise in der Organisation verankert.
Dazu gehörten:
- Workshops mit dem Executive Team zur Entwicklung einer gemeinsamen Führungs- und Zusammenarbeitskultur
- Führungskräftewerkstätten mit bis zu 40 Teilnehmenden
- Online-Lernformate und individuelles Führungskräfte-Coaching
- Strategie-Workshops sowie Workshops zur Entwicklung von Digitalisierungs-Use-Cases
- Betriebsversammlungen mit Change-Galerien und Podiumsdiskussionen zur transparenten Kommunikation
Parallel dazu wurden organisatorische Strukturen weiterentwickelt. Dazu zählten die Optimierung der IT-Organisation, die Einführung eines Task-Management-Office zur Steuerung operativer Anfragen, die Standardisierung von Projektmanagementprozessen mit klassischen und agilen Vorgehensweisen (Scrum und Waterfall) sowie der Aufbau eines strukturierten Projektportfoliomanagements auf Basis einer angepassten OKR-Systematik. Darüber hinaus wurden Prozesse im Bereich Bau und Infrastruktur analysiert und weiterentwickelt.
Ergebnisse
- Nachhaltige Stärkung der bereichsübergreifenden Zusammenarbeit
- Verankerung von Kunden-, Lösungsorientierung und Eigenverantwortung in den beteiligten Bereichen
- Weiterentwicklung der Führungskultur durch Workshops und individuelles Coaching
- Strukturierte Steuerung der Digitalisierungsaktivitäten und des Projektportfolios
- Optimierte Projekt- und Prozesslandschaft in der IT sowie im Bereich Bau und Infrastruktur
- Hohe Akzeptanz des Veränderungsprozesses durch frühzeitige Einbindung des Betriebsrats und transparente Kommunikation
Mein Beitrag
Als Lead des dreiköpfigen externen Beratungsteams unterstützte ich die interne Projektleitung über die gesamte Projektlaufzeit und verantwortete insbesondere:
- Konzeption der Analysephase sowie Entwicklung der Change-Roadmap
- Moderation von Workshops mit Executive Team, Führungskräften und bereichsübergreifenden Projektteams
- Konzeption und Durchführung der Führungskräfteentwicklung einschließlich individuellen Coachings
- Beratung bei der Organisationsentwicklung der IT sowie der Weiterentwicklung von Projekt- und Prozessmanagement
- Begleitung der Strategieentwicklung und der Digitalisierungsinitiative
- Unterstützung der internen Projektleitung bei der Steuerung und Umsetzung des organisationsweiten Transformationsprozesses